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Aus unserer Chronik

Die Gründung der Wehr

Die Gründungsveranstaltung einer Freiwilligen Feuerwehr für den Ortspolizeibezirk Kahren, zu diesem auch das Dorf Frauendorf gehörte, fand mit 64 Kameraden am 21. März 1934 statt. Die neu gegründete Wehr bestand aus dem Halblöschzug I Kahren und aus dem Halblöschzug II Frauendorf. Als Wehrführer wurden Kamerad Otto Block aus Frauendorf und als Stellvertreter Kamerad Otto Borchert aus Kahren eingesetzt.

Neugründung der Wehr nach dem zweiten Weltkrieg

Die Wehr wurde mit 22 Kameraden am 01. Juli 1948 durch den damaligen Bürgermeister Albert Piater neu gegründet. Als erster Wehrleiter wurde Kamerad Fritz Kalkowski eingesetzt. Als Löschtechnik musste eine Handdruckspritze, ein Paar Schläuche und ein TSA ohne Räder genügen. Weitere Technik war nach dem zweiten Weltkrieg nicht mehr vorhanden. Für die Alarmierung der Kameraden dienten im Einsatzfall die Kirchenglocken der Kahrener Johanneskirche. Insgesamt wurden hierfür sieben Meldestellen eingerichtet.

Von der Kreisführungswehr Ströbitz konnte am 5. September 1948 eine TS8 übernommen werden, die vom damaligen Branddirektor Bergte übergeben wurde. In Eigenleistung unserer Kameraden Albert Radow und Alfred Boslau wurden für den vorhandenen TSA eisenbereifte Räder aus Holz angefertigt.

TSA um 1951

Bereits am 13. Oktober wurde die Wehr erstmals zu einem Brand alarmiert. In der Nacht brannte ein Schuppen nieder. Auch am 23. Oktober musste die Wehr zu einem Schuppenbrand ausrücken, in beiden Fällen allerdings noch mit der Handdruckspritze, da der TSA noch nicht fertig gestellt wurde.
Im Jahr 1949 wurde der TSA fertiggestellt und konnte in Dienst genommen werden. Musste die Handdruckspritze aus Platzmangel noch im Freien untergestellt werden, wurde für sie im Ortsteil Nutzberg ein eigener Holzschuppen gebaut, in dem sie seitdem untergestellt wurde.
Am 30.12.1950 übergibt der Wehrleiter Fritz Kalkowski seine Funktion dem Kameraden Paul Born, der nun unser neuer Komandostellenleiter wurde. Im Januar 1951 brannte das Wohnhaus der Familie Wolf. Unser Kamerad Erwin Schich hatte sich bei diesem Einsatz ganz besonders hervorgetan und wurde ausgezeichnet.

Im August 1952 übernahm der Kamerad Kurt Lehmann die Funktion des Kommandostellenleiters, die er bis zum 31. Dezember ausübte. Auch durch die vorhergegangenden Brände in unserem Dorf wurde das Thema "vorbeugender Brandschutz" aktuell. Unser Ort wurde in sechs Bezirke eingeteilt, für diese jeweils zwei bis vier Kameraden verantwortlich waren.

Ab 1953 wurde Kamerad Gerhard Radow Wehrleiter unserer Wehr. 1958 gab es ein Hochwasser der Spree. Unsere Wehr rückte zur Hifeleistung nach Frauendorf aus. Das Wasser des Flusses stieg fast bis zur Dammkrone an und Sickerstellen wurden mit Sandsäcken abgedichtet. Es wurden Kontrollgänge angeordnet, um weitere Sickerstellen zu entdecken und abzudichten, womit der Einsatz über zwei Tage andauerte. Erst jetzt senkte sich der Pegelstand der Spree wieder.

Gerätehaus mit Schlauchtrockenturm

1959 wurde damit begonnen, einen Trockenturm für die Schläuche der Wehr zu errichten. Die Schweißarbeiten und das Fundament wurden durch die Kameraden in Eigenleistung hergestellt, die Schellen und Verankerungen durch die Schmiede Boslau. Fertiggestellt wurde der Turm dann am 11. Dezember 1960 unter Wehrleiter Kurt Kuhle, der diese Funktion seit dem 23. Januar inne hatte. Im gleichen Jahr konnte unsere Wehr ein Kraftfahrzeug von der Post übernehmen und umbauen. Es handelte sich hierbei um einen IFA Phänomen Granit 27.

Granit 27 vor dem Gerätehaus

Auch wurden die Bürger weiterhin über die Gefahren im Umgang mit Feuer hingewiesen. Im Jahr 1962 wurden 2.000 Flugblätter unter dem Motto "Brandschutz geht alle an" an die Bevölkerung verteilt.

Unsere Kameraden übten, wie heute auch, neben den Tätigkeiten innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr einen Beruf aus. Da der Kamerad Kurt Kuhle sich für einen Meistertitel qualifizieren wollte, übergibt er die Funktion des Wehrleiters am 28. September 1962 dem Kameraden Horst Schimke. Am 28. Februar 1963 brach gegen 23.00 Uhr ein Feuer bei der Fastnachtfeier im Saal der Gaststätte Groba aus, das von unserer Wehr schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte. So blieb der Sachschaden gering. Im Juli 1964 wurde unsere Wehr zu einem 30ha großen Waldbrand alarmiert, der sich rasch ausbreitete. Ein heftiger Wind war die Ursache hierfür, so dass der Brand auch die Autobahn überwinden konnte. Mit nachlassendem Wind konnte der Brand gelöscht und ein angrenzendes Getreidefeld kurz vor der Ernte noch gerettet werden. Allerdings flammten selbst acht Tage nach dem Brand immer wieder vereinzelte Brandnester auf.

Brand bei Fam. Herrmann, 1965

Einen weiteren großen Einsatz gab es zu Silvester 1965. Das Stallgebäude der Familie Herrmann brannte in vollem Ausmaß und das angrenzende Wohngebäude war bereits betroffen. Durch eintreffen der Wehr konnte letzteres glücklicherweise wenigstens teilweise gerettet werden.

Wettkampfmannschaft vor dem Granit 27

1965 konnte ein zweites Fahrzeug angeschafft werden. Hierbei handelte es sich um einen IFA Robur Garant 30 K, der aus den Beständen der nationalen Volksarmee (NVA) übernommen werden konnte. Doch ehe dieses Fahrzeug eingesetzt werden konnte, wurde es nach den Vorstellungen unserer Kameraden umgebaut und repariert. Die Arbeiten wurden durch unsere Kameraden in Eigenleistung und unendgeldlich unter Anleitung und Mithilfe der Schmiede und Schlosserei Kurt Lieback ausgeführt.

Im Jahr 1966 konnte der Kamerad Kurt Kuhle wieder die Funktion des Wehrleiters übernehmen. 1967 wurde beschlossen, einen neuen Wirkungsbereich Kahren zu gründen, dessen Leitung der Kamerad
Kurt Kuhle übernehmen sollte. Bislang gehörte unsere Wehr dem Wirkungsbereich Neuhausen/Spree an. Somit wurde die Position des Wehrleiters frei und der Kamerad Horst Schimke wurde somit erneut Wehrleiter.

Die Löschwasserversorgung war in Kahren bislang sehr problematisch. Es wurden Bohrungen bis in eine Tiefe von 12 m durchgeführt, von denen viele keinen Erfolg brachten. Da unser Ort im Ursprungstal der Spree liegt, bestehen die Erdschichten, in denen Grundwasser ansteht, aus Schluffsand mit Kohle vermischt oder aus Klock. So war es nicht möglich, an diesen Stellen Falchspiegelbrunnen zu errichten. Die drei vorhandenen Flachspiegelbrunnen lagen bisher in einer Tiefe von maximal 5m und demzufolge im Oberwasser. Eine ausreichende Löschwasserversorgung konnte damit nicht gesichert werden. So entschlossen sich die Kameraden unserer Wehr, die zum Teil zugewachsenen und verschlammten Löschteiche zu sanieren. Sie wurden tiefer ausgebaggert und die Ufer wurden befestigt. Die Arbeiten dauerten von 1968 bis 1972 an, obwohl alle Kameraden und ihre Frauen beteiligt waren. 1972 wurde unsere Wehr für ihren Einsatz bei diesen Arbeiten prämiert und ausgezeichnet.

Zisterne am Kathlower Weg nach der Restaurierung im Jahr 2009

1971 wurden erstmals vier Frauen in unserer Wehr aufgenommen, im Jahr 1973 traten noch einmal acht Frauen der Wehr bei. Somit waren die Vorraussetzungen geschaffen, die Leistungsstufe III abzulegen, die wir auch am 7. Oktober 1974 erhielten. 1975 wurden wir zu zwei Waldbränden und einem Getreidefeld-Brand alarmiert. Am 24. Juni mussten wir auch zu einem brennendem Stallgebäude in Koppatz ausrücken, in dem sich Jungrinder befanden.

Im Jahr 1978 wurde der Wirkungsbereich Kahren aufgelöst und unsere Wehr dem Wirkungsbereich Haasow unterstellt. 1982 wurden wir erneut zu einem Waldbrand bei Branitz und zu einem Brand eines Nebengebäudes der Familie Gürgen alarmiert. Im Jahr 1988 errichteten die Kameraden unserer Wehr sechs Zisternen im Ort, da der Bergbau uns erneut Schwierigkeiten bei der Löschwasserversorgung bereitete.

Die Wiedervereinigung im Jahr 1990

Nach der politischen Wende wurde der Wehrleiter nicht mehr wie bisher von den Kameradinnen und Kameraden gewählt, sondern vom Rat der Gemeinde eingesetzt. So übernahm der Kamerad Arno Schiemenz am 25. Oktober 1991 die Funktion des Wehrleiters. Am 30. Juni 1992 wurden 6ha Wald Opfer der Flammen. Mit viel Mühe war es letztendlich doch möglich, das angrenzende Wohngebiet zu retten. Den nächsten Einsatz bescherte uns am 26. November 1992 ein Sturm, so dass die Strassen von umgestürzten Bäumen befreit werden mussten.

Die Eingemeindung Kahrens zur Stadt Cottbus

TSF vor dem Gerätehaus, 2001

Im Jahr 1994 wurde das Dorf Kahren als Stadtteil zur Stadt Cottbus eingemeindet. Die Freiwillige Feuerwehr Kahren gehörte nun als Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Cottbus an. Im gleichen Jahr konnte ein gebrauchtes TSF auf Ford Transit als Normfahrzeug in Dienst gestellt werden.

Am 11. August 1994 brannte die Kantine am Kahrener Sportplatz. Die Ursache lag in den großen Mengen an Niederschlag, so dass das Wasser in die Elektro-Verteilung eingedrungen ist.

Gerätehaus mit dem 1995 angebauten Teehäuschen, 2009

Im Jahr 1995 wurde der Sanitär-Anbau mit Duschen und WCs an unserem Gerätehaus fertiggestellt. Zur Förderung des Nachwuchs wurde im Jahr 1998 eine Jugendfeuerwehr gegründet. Erster Jugendfeuerwehrtwart war Kamerad Olaf Buder. Bereits im gleichen Jahr nahmen beide Gruppen der Jugendfeuerwehr erfolgreich bei den Stadtjugendmeisterschaften teil und erreichten insg. zwei Siegplätze bei den verschiedenen Disziplinen.

Übergabe des TSF-W am 03.10.2001

Am 03. Oktober 2001 wurde durch die Stadt Cottbus ein neues TSF-W auf Mercedes-Benz Vario 614D übergeben. Das gebrauchte TSF wurde abgegeben und von der Stadtjugendfeuerwehr am Standort CB-Ströbitz weiter genutzt.

Am 11. Januar 2002 übernahm der Kamerad Olaf Buder die Funktion des Wehrleiters.
Die Freiwillige Feuerwehr Cottbus wurde neu strukturiert. Es entstanden vier Löschbezirke, in denen die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Cottbus integriert wurden. Die Löschzüge werden nun als Ortsfeuerwehren geführt, so auch unsere Wehr als Ortsfeuerwehr Kahren im Löschbezirk (später Löschzug) 1.

Weihnachtsbaum neben dem Gerätehaus, 30.12.2010

Neben dem jährlichen Maibaumstellen am Gerätehaus wurde unter Ortswehrführer Olaf Buder im Jahr 2004 auch erstmals ein Weihnachtsbaum zu Weihnachten aufgestellt, der mit Lichterketten geschmückt wird. Seitdem erstrahlt zu den Adventstagen ein großer beleuchteter Weihnachtsbaum über Kahren.

Im Jahr 2011 veranstaltete die Feuerwehr Kahren auf Initiative vom Jugendfeuerwehrwart Tobias Freyberg, der diese Funktion seit dem Jahr 2004 ausübt, das erste Kahrener Kinderfest und weckte das Interesse bei groß und klein. Noch im gleichen Jahr wurde die Kahrener Kinderfeuerwehr als Teil der Jugendfeuerwehr gegründet, sodass seitdem auch Kinder ab einem Alter von 6 Jahren aufgenommen werden. Ende des Jahres 2012 betrug die Mitgliederzahl bereits 5 Kinder, die regelmäßig an den Diensten teilnehmen. In den darauffolgenden Jahren wuchs die Kinderfeuerwehr weiter an. Im Jahr 2013 übernahm Markus Leske als damaliger Stellvertreter die Funktion des Jugendfeuerwehrwarts.

Das 2014 eingeweihte Gerätehaus, 31.08.2016

Nachdem bereits in den 30er - 40er Jahren ein neues Gerätehaus als Ersatz für einen bis dahin genutzten Schuppen gebaut werden sollte, was jedoch in den Folgen des Krieges nicht verwirklicht wurde, gab es über die Jahre hinweg immer wieder Bestrebungen für einen Neu- oder grundlegenden Ausbau eines inzwischen anderen, eigentlich als Provisoium genutzten Schuppens. Im Jahr 2007 wurden die Pläne konkreter. Als das Dach unseres damaligen Gerätehauses im Winter 2010 den Schneemassen nachzugeben drohte, wurde der Neubau des Gerätehauses als Eilantrag beschlossen. Nach vielen Hürden erfolgte am 09.10.2013 die symbolische Grundsteinlegung und am 06.09.2014 die Übergabe und Einweihung unseres neuen Gerätehauses - pünktlich zu unserem 80. Jubiläum.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Bau des neuen Gerätehauses.

Das HLF 20 vor unserem Gerätehaus, 04.09.2019

Die nächste große Errungenschaft konnte unsere Ortsfeuerwehr am 25.01.2019 verzeichnen. Anlässlich unserer Jahreshauptversammlung wurde uns ein neues Einsatzfahrzeug übergeben. Nachdem uns unser TSF-W über 18 Jahre treue Dienste geleistet hatte, wurde dieses durch ein HLF 20 getauscht. Dieses Fahrzeug bietet uns (da es sich um ein Gruppenfahrzeug handelt) mehr Sitzplätze, ist mit einem größeren Tank mit insg. 2400 l Löschwasser, zusätzlichen Geräten und Materialien insbesondere zur technischen Hilfeleistung ausgestattet und ist besser geeignet, den bei uns stationierten Anhänger "Ölsep" im Einsatzfall zu ziehen. Das HLF mit dem Baujahr 2003 war zuvor auf der Berufsfeuer- und Rettungswache 1 in Cottbus-Madlow stationiert und wurde (mit einem weiteren HLF der Wache 2) durch die Anschaffung zwei neuer HLF ersetzt. Unser - nun ehemaliges - TSF-W wurde zugleich mitgenommen und anschließend der Ortsfeuerwehr Groß Gaglow übergeben. Es ersetzt dort ein Mehrzweckfahrzeug mit Tragkraftspritzenanhänger. Die lang ersehnte Übernahme des HLF wurde erst durch den Neubau unseres Gerätehauses möglich, da die Fahrzeughalle am alten Standort zu klein war.